Interview mit FOOLS GARDEN: Über Nostalgie und einen kleinen Neuanfang
Mit Frontmann Peter Freudenthaler und Gitarrist Volker Hinke
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Fools Garden gehören zu den internationalen Pop-Phänomenen der 90er Jahre und sie sind bis heute präsent. Mit ihrem Welthit „Lemon Tree“ schrieben Peter Freudenthaler und Volker Hinkel
Musikgeschichte, doch die Band ist weit mehr als nur dieser eine Song. Drei Jahrzehnte später blicken die beiden Musiker auf eine bemerkenswert konstante Karriere zurück: auf kreative Höhen, persönliche Wege sowie einem treuen Publikum.
Aktuell erlebt die Band eine besondere Phase: Das Erfolgsalbum Dish of the Day wurde frisch als Vinyl neu aufgelegt, Sänger Peter Freudenthaler veröffentlichte kürzlich seine Autobiografie „Mein Leben als Zitronenbaum“, und Anfang 2026 startet Fools Garden zu einer großen Deutschlandtour, die sie von Januar bis März durch die gesamte Republik führen wird.
Im folgenden Interview sprechen Peter Freudenthaler und Volker Hinkel über ihre gemeinsame Geschichte, über Nostalgie und ihren kleinen Neuanfang und darüber, worauf sich die Fans 2026 bei der anstehenden Fools Garden Tournee freuen können.
Wenn Sie heute zurückblicken: Wann haben Sie begriffen, dass Fools Garden mehr als nur ein gemeinsames Hobby ist, sondern etwas Dauerhaftes werden könnte, war es gar der Welthit: Lemon Tree? Wie blicken Sie nach fast 30 Jahren auf diesen Moment zurück und wie sehr hat er die Band definiert?
Volker: Das hat sich ziemlich schnell herausgestellt, nachdem Peter und Ich unsere ersten gemeinsamen Songs geschrieben hatten. Ich denke wir waren damals beide der Meinung, dass es mehr ist als nur ein Hobby und haben eigentlich von Anfang an, an den Erfolg geglaubt. Das es dann doch relativ schnell ging, da hat natürlich der Lemon Tree schon geholfen.
Wie haben Sie es geschafft, über Jahrzehnte als kreative Einheit zu funktionieren, ohne sich zu verlieren oder zu wiederholen, man sagt euch ja nach akribische Arbeiter zu sein, ist das, dass
Geheimnis?
Peter: Ich glaube, wir konnten über all die Jahre kreativ bleiben, weil wir unterschiedlich arbeiten. Volker ist detailverliebt und akribisch, ich komme eher intuitiv und aus dem Bauch heraus. Diese Mischung hat verhindert, dass wir uns wiederholen oder verlieren. Wenn man uns als „nachakribische Arbeiter“ bezeichnet, stimmt das vielleicht sogar ein bisschen – wir feilen, bis es sich wahr anfühlt. Entscheidend war immer, uns weiterzuentwickeln, ohne unseren Kern zu verleugnen. Genau das hält das Ganze lebendig.
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Ihr Erfolgsalbum Dish of the Day wurde gerade neu aufgelegt, als hochwertige Vinyl-Edition. Was hat den Ausschlag gegeben, dieses Kapitel noch einmal zu öffnen und was dürfen Fans von der
Neuauflage erwarten sowohl klanglich, optisch, vielleicht sogar konzeptionell? Und nebenbei Wie wichtig ist Vinyl für Sie persönlich? Ist das eher Nostalgie oder eine Form von Wertschätzung
gegenüber Musik?
Peter: Die Entscheidung, Dish of the Day erstmals als Vinyl zu veröffentlichen, hat vor allem damit zu tun, dass das Album in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Damals ist es ausschließlich
auf CD erschienen, und viele Fans haben sich immer wieder eine Vinyl-Version gewünscht. Das war letztlich der entscheidende Auslöser. Wir feiern dieses Jubiläum aber nicht nur mit der Neuauflage, sondern auch im kommenden Jahr mit einer eigenen Dish of the Day-Tour. Denn 2026 jährt sich noch ein weiterer besonderer Moment: Es ist dann genau 30 Jahre her, dass sowohl das Album als auch Lemon Tree gleichzeitig auf der Pole Position der Charts standen. Das möchten wir mit all den Freunden unserer Musik ausgiebig feiern.
Von der Neuauflage dürfen die Fans sowohl klanglich als auch optisch wirklich etwas Besonderes erwarten. Das Vinyl klingt wärmer, direkter und näher am ursprünglichen Gefühl, das wir damals im Studio hatten. Auch das Artwork wurde liebevoll überarbeitet, mit kleinen Details, die man erst beim zweiten oder dritten Blick entdeckt.
Konzeptionell ist es für uns wie eine schöne Rückschau, aber ohne nostalgische Verklärung, eher wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund. Was Vinyl für mich persönlich bedeutet? Es ist für mich weniger Nostalgie als vielmehr eine Form von Wertschätzung gegenüber Musik. Eine Schallplatte zwingt einen, bewusst zuzuhören, sich Zeit zu nehmen, ein Album als Ganzes wahrzunehmen. Man hält etwas in der Hand, das Gewicht hat. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Und ich finde, gerade in einer Welt, in der alles immer schneller wird, hat das eine große Bedeutung.
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Nach all den Jahren gehen Sie im nächsten Jahr von Januar bis März wieder auf große Deutschlandtournee , was bedeutet diese Tour für Sie persönlich? Man sagt Ihnen eine treue Foolsschaft nach. Wer euch einmal Live gehört hat, der kommt immer wieder. Darauf kann man stolz sein.
Volker: Das wäre natürlich sehr schön, wenn viele Besucher kommen würden, die vielleicht damals auch schon auf einem Konzert von uns waren.
Was dürfen die Fans erwarten: eine klassische Dish of the Day-Zeitreise, ein Best-Of, neue Arrangements oder vielleicht sogar bislang selten gespielte Songs?
Volker: Es wird ja eine Tour unter den Motto „Dish of the Day“ . Bin sehr gespannt, wie es wird die alten Songs noch einmal zum Leben zu erwecken. Der Fokus wird auf Songs der 90er liegen … natürlich werden wir auch ein paar neuere Songs spielen ! Also eine Zeitreise, die 1995 beginnt …
Wie bereiten Sie sich auf eine Tour vor, die fast drei Monate quer durch die Republik führt, körperlich, künstlerisch und mental?
Volker: zuerst werden wir wohl einige Zeit für die Proben brauchen, denn es werden sehr viele Songs gespielt, die wir schon seit über 25 Jahre nicht mehr auf der Setliste hatten.Ja, und 25 ist man ja auch nicht mehr … also müssen wir wohl etwas auf die Gesundheit achten !
Peter: Eine Tour, die sich über fast drei Monate erstreckt, ist natürlich eine Herausforderung: körperlich, und mental. Für mich beginnt die Vorbereitung ehrlich gesagt im Alltag: genug schlafen, ein bisschen Bewegung, die Stimme pflegen und nicht glauben, man sei 25. (lacht) Mit jedem Jahr wird mir bewusster, dass der Körper ein Instrument ist und wenn man ihn überfordert, rächt er sich. Künstlerisch bedeutet es für mich, die Songs wieder frisch werden zu lassen. Nicht einfach nur zu reproduzieren, was man schon hundertmal gespielt hat, sondern sich wieder mit dem Gefühl zu verbinden, das am Anfang stand. Das macht die Konzerte lebendig - für uns und fürs Publikum. Und mental? Da hilft mir Gelassenheit., weil ich weiß: Perfekt wird es nie, aber echt kann es immer sein. Ich freue mich darauf, den Menschen auf den Konzerten zu begegnen und gemeinsam einen Abend zu teilen.
Wir hörten, dass es in jeder Ihrer Konzertstädte einen besonderen DISH OF THE DAY geben wird. Können Sie uns verraten was das damit auf sich hat?
Peter: Ja, das kann ich verraten. (lacht) Bei jedem Konzert werden wir einen „Dish of the Day“-Tisch verlosen. Das bedeutet, dass in unmittelbarer Nähe zur Bühne ein festlich gedeckter Tisch stehen wird, an dem sich ein Besucherpaar niederlassen kann. Sie dürfen das Konzert aus nächster Nähe genießen und werden von uns mit Essen und Getränken versorgt. Es ist sozusagen ein exklusiver Platz mit bester Sicht und einem ganz besonderen Erlebnisfaktor.
Gibt es einen Moment, auf den Sie sich besonders freuen z.B. eine bestimmte Stadt, ein bestimmtes Publikum, eine besondere Location?
Peter: Nein, diesen einen besonderen Ort gibt es für mich nicht. Ich freue mich wirklich auf alle Spielstätten und auf jeden Abend, weil jeder Abend anders sein wird - das zeigt die Erfahrung. Und ich finde, es ist eh besser, ohne feste Erwartungen an eine bestimmte Stadt oder Location heranzugehen und sich einfach überraschen zu lassen, was passiert. Genau dieses Nicht-Wissen, macht jede Show besonders.
Wie sehr verändert man als Band seine Live-Identität über die Jahrzehnte und was bleibt ganz bewusst immer gleich?
Volker: Die Freude am Live-spielen ist immer gleich geblieben ! Egal in welche Richtung es sich auch entwickelt hat, es ist immer eine Herausforderung vor einem Publikum zu stehen. Ob man ganz neue Songs präsentiert oder noch unbekannte Songs oder eben eine alte Zeit wieder aufleben lassen will, dass alles ist aufregend und spannend.
Wenn Sie Beide und Ihre Band zum Tourstart im Januar 2026 auf die Bühne gehen: Was soll der erste Gedanke sein, der Ihnen durch den Kopf geht?
Peter: Yeah! Endlich! Und los geht’s !
Dieses Interview wurde geführt von: Freier Autor Malte Jochimsen